{"id":232,"date":"2012-05-05T21:30:00","date_gmt":"2012-05-05T21:30:00","guid":{"rendered":"http:\/\/gesahollerbach.de\/?page_id=232"},"modified":"2021-05-31T22:27:28","modified_gmt":"2021-05-31T22:27:28","slug":"interview-im-magazin-der-film-und-medienstiftung-nrw","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/gesahollerbach.de\/index.php\/press\/interview-im-magazin-der-film-und-medienstiftung-nrw\/","title":{"rendered":"Interview im Magazin der Film- und Medienstiftung NRW"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>MEHR FREIHEITEN <\/strong>Interview mit Ruge-Stipendiatin Gesa Hollerbach<br><br><em>Die K\u00f6lner Filmautorin und KHM-Absolventin Gesa Hollerbach (\u201eM\u00fchen der Ebene\u201c) erhielt ein Gerd Ruge Stipendium in H\u00f6he von 20.000 Euro f\u00fcr ihr Projekt \u201eWir sind das Dorf\u201c. Tatjana Kimmel-Fichtner sprach mit der 35-J\u00e4hrigen \u00fcber ihre Pl\u00e4ne.<\/em><br><br>Was bedeutet das Gerd Ruge Stipendium f\u00fcr Sie?<br><br>Die Bewerbung habe ich nicht ins Blaue hinein geschrieben, sondern ich hatte konkrete Pl\u00e4ne, die ich in der Zwischenzeit weiterverfolgt habe. Ich freue mich sehr \u00fcber das Stipendium, weil damit die Finanzierung vorerst gesichert ist. Bisher hatte ich mit den Protagonisten aus Mecklenburg-Vorpommern und Th\u00fcringen nur telefonischen Kontakt. Dank des Stipendiums kann ich jetzt hinfahren und erste Szenen drehen. Ich bin gespannt darauf, den Menschen, die mir schon so viel von sich erz\u00e4hlt haben, jetzt auch pers\u00f6nlich zu begegnen. Au\u00dferdem hoffe ich, dass das Gerd Ruge Stipendium ein T\u00fcr\u00f6ffner in den Redaktionen sein wird und neue Kontakte schafft. Das merke ich schon jetzt an den Menschen, die mich ansprechen und mir gratulieren. Das Stipendium macht Mut und ver\u00e4ndert die eigene Haltung.<br><br>Wovon soll \u201eWir sind das Dorf\u201c handeln?<br><br>Eine zentrale Rolle wird ein Ladenprojekt von Senioren im K\u00f6lner Stadtteil Vogelsang spielen. Dort am Stadtrand leben viele alte Menschen, die an ihrem Wohnort keine M\u00f6glichkeit zum Einkaufen haben. Sie m\u00fcssen zum Teil mit ihrem Rollator im Bus zum Supermarkt fahren. Deshalb will eine Gruppe von Senioren einen Dorfladen gr\u00fcnden. Diese Eigeninitiative fasziniert mich. Das wird der rote Faden meines Films sein. Ich m\u00f6chte Geschichten erz\u00e4hlen von Menschen, die aus einer Notsituation heraus etwas auf die Beine stellen. Ganz nebenbei werden die Geschichten auch etwas \u00fcber den demografischen Wandel erz\u00e4hlen. Ich habe schon einige Protagonisten und Themen im Auge. Wie zum Beispiel einen Architekten, der vor etwa f\u00fcnf Jahren mit der Gr\u00fcndung einer Schule in Mecklenburg-Vorpommern ein ausgestorbenes Dorf wiederbelebt hat. Jetzt hat das Bildungsministerium die Schule geschlossen. Ich finde, das klingt spannend. Aber ich bin offen f\u00fcr andere Geschichten. Dank des Stipendiums habe ich jetzt Zeit, mir meine Partner in Ruhe auszusuchen.<br><br>Wie planen Sie den Film?<br><br>Das Gerd Ruge Stipendium sieht vor, dass in anderthalb Jahren die Vorbereitungen abgeschlossen sind, ein Trailer vorliegt, Material gesichert ist und die Produktion beginnen kann. Ich habe mir vorgenommen, dass ich im Sommer 2013 so weit bin und eine Produktionsf\u00f6rderung beantragen kann. Um Kosten zu sparen, habe ich bisher Schnitt und Kamera selbst gemacht. In der Vorbereitungsphase von \u201eWir sind das Dorf\u201c werde ich wie gewohnt allein mit meiner Kamera losziehen. Das gibt mir in der ersten Begegnung mit den Protagonisten mehr Freiheiten. Aber f\u00fcr die Produktion w\u00fcrde ich gerne einen Kameraprofi engagieren. Damit habe ich ganz andere filmische M\u00f6glichkeiten. Durch das Stipendium ist die Zusammenarbeit mit einem Kameramann m\u00f6glich. Das will ich mir nicht entgehen lassen.<br><br>In Ihrem Abschlussfilm an der KHM \u201eM\u00fchen der Ebene\u201c dokumentieren Sie die Monheimer Kommunalpolitik. Sie scheinen keine Angst vor sperrigen Themen zu haben?<br><br>Nein, ich dachte zuerst Kommunalpolitik ist langweilig. Aber dann habe ich gemerkt, dass B\u00fcrger ihre Lebenssituation aktiv gestalten k\u00f6nnen. Meine Kommilitonin Petra Eicker und ich haben hinter die Kulissen geschaut und gemerkt, dass die Geschichten und Prozesse sehr spannend sind. Das haben andere auch so empfunden, und so l\u00e4uft \u201eM\u00fchen der Ebene\u201c ab Herbst 2012 im Kino. Das ist toll, auch weil wir mehr als zwei Jahre an dem Film gearbeitet haben. Es reizt mich, sperrige Themen wie Kommunalpolitik, demografischer Wandel, Bildungspolitik oder auch Eigeninitiative mit Leben zu erf\u00fcllen. Das will ich auch in \u201eWir sind das Dorf\u201c schaffen. Gerd Ruge hat bei der Preisverleihung gesagt, dass die Jury Projekte ausgew\u00e4hlt habe, deren Themen auch in zwei Jahren relevant seien. Das finde ich super. Ich denke, dass die Geschichten in \u201eWir sind das Dorf\u201c von Themen erz\u00e4hlen, die auch noch in<br>zehn Jahren wichtig sein werden.<br><br>Ihre Protagonisten werden in erster Linie Senioren sein. Wie begegnen Sie ihnen als junge Frau?<br><br>Meine Gro\u00dfeltern sind sehr alt geworden, und sie waren mir als Gespr\u00e4chspartner immer sehr wichtig. Einer meiner Protagonisten ist 82 Jahre alt. Er war Brieftr\u00e4ger und ist geistig und k\u00f6rperlich total fit. Die Begegnung mit ihm ist eine besondere Erfahrung. Ich bin erstaunt, wie aktiv die Alten sind. Es ist beeindruckend zu sehen, mit welchem Elan sie eine Sache angehen und sich engagieren, um eine schlechte Situation zu verbessern. Ich habe manchmal den Eindruck, dass die Alten mehr auf die Beine bringen als manch ein 30-J\u00e4hriger.<br><br>Was reizt Sie am Dokumentarfilm?<br><br>Diese intensive Besch\u00e4ftigung mit den Menschen und das Eintauchen in sonst verborgene Welten empfinde ich als eine wahnsinnige Bereicherung. Mir geht es nicht darum, die Welt zu erkl\u00e4ren. Als Dokumentarfilmerin will ich meine eigene Perspektive einbringen. Alle meine Filme haben eine spielfilmartige Dramaturgie, sie erz\u00e4hlen pers\u00f6nliche Geschichten.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"\\&quot;..\/root\/img\/pool\/anderes\/Filmstiftung_Magazin.pdf\\&quot;\">Film- und Medienstiftung NRW Magazin 05\/2012<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>MEHR FREIHEITEN Interview mit Ruge-Stipendiatin Gesa Hollerbach Die K\u00f6lner Filmautorin und KHM-Absolventin Gesa Hollerbach (\u201eM\u00fchen der Ebene\u201c) erhielt ein Gerd Ruge Stipendium in H\u00f6he von 20.000 Euro f\u00fcr ihr Projekt \u201eWir sind das Dorf\u201c. Tatjana Kimmel-Fichtner sprach mit der 35-J\u00e4hrigen \u00fcber ihre Pl\u00e4ne. Was bedeutet das Gerd Ruge Stipendium f\u00fcr Sie? 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